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INTERNATIONAL PARALYMPIC COMMITTEE

David Lebuser: What wheelchair skating is all about

Lebuser says how skate parks are inclusive environments and skating can change perceptions of those with impairments. 14 Nov 2014
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Man in wheelchair doing a stund in a halfpipe

David Lebuser in action at the 2014 World Championships in California

ⒸAnna Spindelndreier
By David Lebuser

"Skate parks are places where you can test yourself. Places where you fall and get up again, fall and get up again."

David Lebuser is an extreme athlete and the first professional wheelchair skater in Germany. He also hosts regular wheelchair skating workshops around Germany in a bid to get more people with impairments involved in the sport. Here, he tells the IPC about the benefits of the sport.

“Skate parks are places where you can test yourself. Places where you fall and get up again, fall and get up again.

You often repeat this procedure many times until you finally get the hang of a desired trick and you celebrate this great success with a breath-taking cocktail of happiness and adrenalin. It’s worth the pain for that one moment.

The fact I am not doing this on a skateboard, BMX bike or inline skates seems a bit unusual for many. It would probably be less strange for most if I was going down the ramps on a giant gymnastic ball. But I am doing all this in my wheelchair and I am not alone. Even if I am still recognised as exotic, there are more and more wheelchair skaters around the world who test themselves in skate parks, practice tricks and just go wild.

Nowadays there are competitions, workshops and skater meets that are especially organised by and for wheelchair users. I am organising these for example in Germany, but also in other European countries. I’ve taken part in the wheelchair skating (WCMX) World Championships in the USA multiple times, and this year I was successful and won the overall category. But it’s not the rankings that keeps you going, the biggest motivation is new tricks, new skate parks and new challenges. I can tell from my workshops that I’m not the only one thinking like that.

Kids are taking part to go wild and test their abilities. To go and crash is as desirable as to reach their limits. And along the way they set new limits as they quickly get a sense of achievement and that’s something they also benefit from in everyday life. A step that seemed like a wall before, they will take with a small jump. Ramps that they took very slowly and carefully before, they now use to give them momentum for the next climb.

A skate park can be a great playground for kids in wheelchairs. When you have wheels under your bottom, it’s easier to get along on concrete than in a sand box. For every active wheelchair user there are challenges that will make them more confident in everyday life.

The ones that enjoy it will come back and will look for new spots and skate parks. They will see barriers as new challenges to take on. It may take a while until you take on the big jumps but until then you can skate with pretty much every “active” wheelchair there is. But once you get hooked, you should look for a proper skate wheelchair. It’s a bit more robust and spring-loaded and ensures not every landing gets on your back.

Skating is a sport for all. No matter how old you are, where you are from, what language you speak or if you can walk. All you need is wheels and you are in.

It’s inclusive - skateboarders and BMX bikers often want to try out the wheelchairs. This in return enhances the understanding about your own wheelchair as you can see it as a fun piece of sport equipment and not as an annoying device to help you get around.

Stereotypes are overcome and attitudes are changed. Maybe a skate park is a good model for the future - an inclusive society, individual and open for others.

If you feel like checking out a skate park now, get a helmet and just do it.”

If you want to see David in action, have a look at his YouTube Channel.

German:

David Lebuser ist ein Extremsportler und der erste professionelle Wheelchair Skater in Deutschland. Er veranstaltet regelmäßig Wheelchair Skating Workshops in ganz Deutschland um mehr Menschen für seinen Sport zu gewinnen. In diesem Blog beschreibt er die Vorzüge seines Sports.

Skate parks sind ein Ort, wo man sich ausprobieren kann. Ein Ort an dem man fällt und wieder aufsteht, fällt und wieder aufsteht. Oftmals wiederholt man dieses Prozedere viele male bis dann endlich der gewünschte Trick klappt und man ein großartiges Erfolgserlebnis mit einem atemberaubenden Cocktail aus Glücksgefühlen und Adrenalin feiern kann. Doch für diesen Moment tut man sich das gern an.

Das ich das nicht auf einem Skateboard, BMX oder auf Inlineskates mache, wirkt für viele erst mal ungewöhnlich. Wahrscheinlich würde es für die meisten weniger befremdlich wirken, wenn ich auf einem Gymnastikball die Rampen runter rollen würde. Aber ich tue dies mit meinem Rollstuhl und bin damit schon längst nicht mehr allein, auch wenn ich immer noch als Exot wahrgenommen werde, so gibt es immer mehr Rollstuhlfahrer auf der ganzen Welt, die sich in Skateparks ausprobieren, Tricks üben oder sich auch einfach nur austoben.

Mittlerweile gibt es Competitions, Workshops und Skatetreffen, die explizit von und für Rolsltuhlfahrer organisiert werden. Ich mache dies beispielsweise in Deutschland, war aber auch schon in anderen europäischen Ländern. In den USA war ich bereits mehrfach bei der WCMX Weltmeisterschaft, dieses Jahr bin ich dort sogar erfolgreich gewesen und konnte die Overall Kategorie für mich entscheiden. Doch es ist nicht die Platzierung die einen antreibt, die größte Motivation sind neue Tricks, neue Skateparks und neue Herausforderungen. Dass dies nicht nur mir so geht, sehe ich immer wieder bei meinen Workshops.

Dort kommen Kids um sich so richtig auszutoben und neue Sachen auszuprobieren. Sich mal richtig auf die Fresse packen zu dürfen ist dabei eben so verlockend, wie die eigenen Grenzen zu erreichen. Die Grenzen versetzt man nebenbei auch mal gleich, denn Erfolgserlebnisse sind schnell erreicht und das macht sich auch im Alltag bemerkbar. Wo vorher eine Stufe noch wie eine Mauer war, springt man auf einmal ganz locker hoch oder Rampen bei denen man sehr vorsichtig runter gefahren ist, sind auf einmal super Schwungbringer für den nächsten Anstieg.

Ein Skatepark kann für Rollikids ein super Spieltplatz sein. Denn wer Räder unterm Arsch hat, ist auf Beton besser unterwegs als im Sandkasten. Für jeden aktiven Rollstuhlfahrer finden sich aber Herausforderungen, die einem im Alltag sicherer werden lassen. Wer dann Spaß daran findet, kommt immer wieder und sucht gezielt nach neuen Spots, Skateparks und sieht Barrieren auf einmal als Challenges die man sich annehmen sollte. Bis man dann die großen Sprünge macht, dauert es vielleicht eine Weile, aber bis dahin kann man auch mit so ziemlich jedem Aktivrollstuhl skaten. Hat man aber Blut geleckt, ist es zu empfehlen, sich nach einem Skaterollstuhl umzuschauen. Diese sind etwas robuster und gefedert, damit nicht jede Landung auf den Rücken geht.

Skaten ist ein Sport für alle. Hier ist es egal wie alt du bist, wo du herkommst, welche Sprache du sprichst oder ob du laufen kannst. Alles was du brauchst sind Räder oder Rollen und du bist dabei. Es ist inklusiv, es ist ein miteinander und das ohne, dass sich jemand auf das Sportgerät des anderen einlassen muss. Vielmehr wollen oftmals auch Skateboarder, BMXer oder andere den Rolli ausprobieren wollen, was dann das eigene Verständnis über den Rollstuhl verbessert, denn man erfährt den Rollstuhl nicht als lästiges Hilfsmittel, sondern als spaßiges Sportgerät. Stereotypen werden gesprengt und ein Umdenken findet statt. Vielleicht ist der Skatepark ein gutes Modell der Zukunft. Eine inklusive Gesellschaft, individuell und offen für anderes, wie man es sich für andere Bereiche bisher oft nur wünschen kann.

Wer jetzt Lust bekommen hat, sich auch mal im Skatepark auszuprobieren, kann sich einen Helm schnappen und direkt los düsen.